Absage an den Krabbenkorb, Schwester!

Lauretta Hickman, Krabbemnkob-Syndruom, Krabbenkorb, Schwesternkries, Awakening Women

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Geliebte Schwester-

Daß du das, was ich dir gleich sagen werde, verstehst, ist mein tiefer Wunsch.

Verstehen kannst. Und: Verstehen willst.

Ich kann, will und werde aus vollem Herzen keine Zugehörigkeit zur großen Schwesternschaft praktizieren, wenn diese Zugehörigkeit bedeutet, daß:

~ Stärke bestraft und Leiden belohnt wird; daß Eigenverantwortung und Klarheit mit Beziehungsentzug, und Schwanken und Unsicherheit mit liebender Verbindung beantwortet werden…

~ Das Leuchten einer Frau gedimmt und eine andere Frau in ihrem Schmerz, der aus dem Vergleich herrührt, beruhigt und getröstet, statt ermächtigt wird, ermächtigt, wohlgemerkt, sich auf ihren eigenen Weg zu machen, nicht munter hinein in Durchsetzung gegen die leuchtende Schwester. Was zudem fürderhin eine unterschwellige Nestbedingung des „niemals leuchten wie….“ erschafft und ein Sinken in allseits bindende Unfreiheit statt Aufschwung in individuell verbindende Freiheit ist.

~ Daß die starke, schöne, große Schwester weiter alleine gehen muß und die schwache, schwankende, unentschiedene Frau alle Unterstützung der Gemeinschaft hat.

Auf der ewigweiblichen Suche nach Wert und Bedeutung hat natürlich die Schwache, Strauchelnde einen unmittelbareren Nutzen als die Starke. Das verstehe ich schon.

Am Ende wird dein Leben dich aber fragen:

Was hast du promotet? Welcher Vision hast du gedient?

Und nicht, daß du mich falsch verstehst- ich finde es großartig, wichtig, wundervoll, überfällig und lebensnotwendig, daß Schwestern sich trösten, streicheln, schützen, halten und gemeinsam tief tauchen, um Schmerz zu wandeln und Schätze zu heben. Wirklich.

Geteiltes Leid ist halbes Leid, das stimmt einfach. Vollkommen.

Ohne Leid keine Liebe, stimmt aber nicht.

Wer Liebe erhält für Schwäche und Schwächung erhält für Stärke, ist im falschen Film. Und im falschen Korb! Und es sei zu bezweifeln, ob das wirklich Liebe ist.

Ich weigere mich zudem, mit der gleichen Leidenschaft, wie ich diese Art der Zugehörigkeit verweigere, mich gegen Eine von euch „jagen“ zu lassen. Ich möchte aber auch nicht ausgegrenzt werden, für eure Stärkung miteinander. Da geh ich lieber. Denn das ist keine Stärkung, Das ist ein Bündnis. Es erschafft Tabus, beschützt den Schatten, bindet die Flügel und schwächt am Ende. Uns alle.

Wenn die Starke, Klare, Schöne als Eintrittsgeld für Trost und Schutz ein Maulkörbchen anzuziehen hat, widerspricht das meinem Wesen sehr, ganz gleich, auf welcher Seite ich gerade stehe.

Selbst in meiner wüstesten Bedürftigkeit möchte ich das nicht, egal, was es mich kostet in diesem Moment.

Tatsächlich kenne ich beide Seiten gut.

Das, was dich und auch mich in so einem Ereignis doch stets provoziert, ist die uns entgegentretende Einladung, zu wachsen. Wachsen bedeutet, sich an den inneren Wächter vorbei hinaus und hinan zu dehnen. Aktiv und bewußt.

Wenn du,werte Schwester, deinen Wächtern erlaubst, über den Frauenraum, in dem du engagiert und beteiligt bist, zu wachen, offen oder heimlich, ist der Nestkoller eingebucht. Keine verläßt letztlich lebend den Raum.

Das willst du nicht. Das weiß ich.

Ich verstehe, daß die Konkurrenz unter Frauen immer noch mörderisch ist.               (Und) Unbewußt. Und daß die große und lange Zeit unbeantwortete Sehnsucht nach einem bekömmlichen Schwesternkreis mit Zärtlichkeit und ohne Messer, aus Bedürftigkeit das überdeckt, was eben auch immer noch da ist.

Damit darf das aber wuchern. Und ist verkleidet im Lächeln. Und im Streicheln:

„Ich streichel dich so lange, solange du nicht weiter bist als ich. Mehr bist. Mehr hast. Ich streichel dich lächelnd tot. Und wenn du, dich rettend und entbergend gehst, zeige ich meine Zähne, zu meiner und deiner Überraschung.“

Wenn du, werte Schwester, keine Vision hast für die freie, erfüllte, wache, schöpferische, bekömmliche, strahlende, weise Medizinfrau, der du dich täglich widmest,- dieser Vision-, wird dir und den anderen um dich herum der Schatten zum Verhängnis. Stolpernis. Engnis. Und alsbald sitzen wir gemeinsam, statt im Tempel, im Tümpel, aneinandergekuschelt; im ähnlichen oder nämlichen Tümpel, aus dem wir einst aufbrachen aus Angst, darin seelisch unterzugehen.

Das willst du nicht, das weiß ich!

Mir ist es außerdem, das will ich dir auch noch sagen, völlig gleich, ob du erwacht oder erleuchtet bist. Und ob du erwacht oder erleuchtet bist, obwohl oder weil du Mutter bist, obwohl oder weil du keine bist. Obwohl du in Beziehung lebst, oder weil. Obwohl du alleine lebst, oder weil. Wirklich. Völlig egal. Jeder Weg dorthin inspiriert mich.

Um intensive Bezogenheit kommt keine Erwachende herum und ja, nochmal, es ist mir völlig egal, wie es dir „gelungen“ ist- ich bin unglaublich froh über jede Frau, die es ist! Und jeden Mann!

Dieser Planet braucht viel mehr davon, von euch, von uns, und ich weigere mich, mich in eine schale „Dein Weg ist nicht richtig“-, „Wie du bist, ist nicht richtig“-, „Staubkörnchen auf deiner Tischplatte“ – Diskussion verwickeln zu lassen- wer das kann, hat den eigenen Weg noch nicht gefunden, ja, so einfach ist es nämlich.

Das Ausmaß des Erfolges deiner charismatischen, erfolgreichen Leuchtschwester könnte dem Ausmaß an Hölle entsprechen, der sie wandelnd entkommen ist. Was weißt du schon von ihr?

Und du kannst ganz sicher sein, daß hinter „Leuchten“ sehr viel Arbeit steckt, innere und äußere.

Disziplin und Fleiß. Ehrlichkeit, vor allem mit sich selbst. Selbstpflege und Konsequenz. Tränen, Frustration und Wutanfälle, Widerstände, innere und äußere und das herzklopfende Durchschreiten äußerst glaubwürdiger Ängste. Fehler, Taumeln, Aufstehen. Nichts persönlich nehmen, sich er-innern, weitergehen.

Und es dennoch tun, egal was die Welt gerade dazu sagt.

Manchmal, weil sie gar keine andere Wahl hatte, als all das- entweder weil der Schmerz sie hätte untergehen oder ihre Hingabe sie nicht hat davon kommen lassen.

Wenn eine Schwester also leuchtet, dann bestimmt nicht mit der Absicht, dich auf das Ausmaß deiner mangelnden Selbstliebe zu stoßen. Sie ist Inspiration und das ist ihr Job.

Sie zeigt dir, was möglich ist. Wenn sie es kann, kannst du es auch. Auf deinem Weg.

Aber es kann natürlich sein, daß ihr gegangener Weg ein Schlaglicht wirft auf deinen ungegangenen. Das kann weh tun. Ein Weckruf sein. Und daß du plötzlich Angst bekommst, was alles möglich ist. Für dich.

Und hier beginnt deine Wahl. Du kannst wählen, dich von der Schwester inspirieren zu lassen, ihr zuzuhören, sie zu begleiten und zu stützen, weil ihre Energie und die Landkarte ihres Erfolges dich auf deinen Weg bringen und dort beschleunigen können.

Oder du kannst dich vor dem Schmerz beschützen, indem du sie gedanklich oder verbal bekleckerst, sie und ihren Weg relativierst, solange nach dem Haken suchst, bis du ihn findest, oder ihr sogar nehmen, was sie nährt.

Den Mann, das Projekt, die Freunde, das Haus. In der irrigen Annahme, sie sei das, was sie ist, weil sie das alles hat.

Das stimmt nicht.

Sie hat das alles, weil sie lange zuvor gewesen ist, was sie ist. Und das Leben entschieden hat, ihr all das zu geben, was sie braucht, und um auszudrücken zu können, was sie ist. Was sie hat, ist eine Reflektion von ihr. Nicht von dir. Es paßt zu dem,was sie zu tun hat. Nicht du. Ihr zu nehmen, was sie nährt, scheint die schnelle Lösung zu sein. Es lindert erstmal deinen Schmerz. Die Schwester ist gebremst. Für diesen Moment. Und du brauchst dich nicht auf den, deinen Weg zu machen. Für diesen Moment.

Wenn du so handelst, bietest du damit ein tröstendes Bündnis all den Schwestern an, denen es geht wie dir.

Was dir dabei nicht bewußt ist: Jedesmal wenn du deine leuchtende Schwester bekleckerst, klebst du dir ein weiteres Pflaster auf deine bereits zugepflasterte Wunde- und ja, ich weiß, du hast sie nicht alleine- und einen weiteren Stein in deinen eigenen zu gehenden Weg. Auf den du dich sowieso wirst machen müssen, früher oder später, eines Tages, morgen, wenn du siebzig bist, oder im übernächsten Leben.

Und jedesmal, wenn du diese Art des Bündnisses wählst, bist du jeder Mitschwester an dieser Stelle behilflich, sich ebenfalls einen weiteren Stein in ihren Weg zu legen. Ich weiß, das willst du nicht. Eigentlich.

Weißt du, wir alle schwimmen im selben Wasser. Jede von uns hat einen Preis bezahlt für die Wahl ihres Lebensentwurfes. Jede wurde von der Welt gezwungen, etwas vom bitteren Becher der Ohnmacht, der selbstverständlichen Erwartung weiblicher Aufopferung, der Wertlosigkeit, des Mangels an Wertschätzung und Anerkennung zu trinken, egal wo sie sich befindet. Auf dem Elterntag oder in einer Übernahmeverhandlung.

Und jede von uns ist verantwortlich dafür, worin die Bitterkeit sich wandelt. In Schönheit, in Weisheit, in Innovation- oder in Angriff, Rache und dem Schrei nach ausgleichender Gerechtigkeit. Diese Wahl triffst du, treffe ich, treffen wir täglich. Manchmal ganz fein und leise.

Nun deine Schwester zu benutzen, um den Mangel deines eigenen Entwurfes zu sehen und sie dafür zu strafen, und sei es nur gedanklich, fügt unserem gemeinsamen Wasser mehr Bitterkeit hinzu.

Halte also inne, Schwester. Bitte!

Jede Frau, der du begegnest, ist eine andere Seite der tausendgesichtigen Medaille. Erlaube deinem Schmerz nicht, Urteile zu fällen, die ja doch nur deine Ablasszahlung für Trennung sind. Darunter haben wir doch lange schon gelitten.

Und, Schwester, noch etwas sage ich dir: Dein eigener Weg wird dich sehr kompromisslos machen mit der Zeit, und zwar kompromisslos dienend, deine Mission, dein Dharma handelnd sein, Tag für Tag, wo du gehst und stehst; er wird in dir diesen ganz speziellen Durst entfachen, bekömmlich und ein Segen zu sein, wo und mit wem immer du bist, ermächtigend, entfaltend, erweckend und befriedend, der nur zu stillen ist, indem du immer mehr selbst zu dem wirst, was du begehrst und was dir, in der Welt, fehlt.

Alles andere geleitet dich in alberne Nebenschauplätze von Vergleich, Neid und Angst, die du doch längst schon ganzkörperlich und seelisch durchforstet hast auf transzendierende Antworten… und du freust dich über jedes Wesen, das sich auf den eigenen Weg gemacht hat, das ist das Feld, das dich stärkt.

Und was immer dein Weg ist und auf welche Weise du ihn ausdrückst, als Vorstand oder als Mutter, welche Wahl du also getroffen hast und ja, das hast du, ganz gewiß, selbst wenn sie dir jetzt nicht mehr gefällt,- sobald und solange du vergleichen, jammern und eine Andere sabotieren kannst, lebst du ganz definitiv weit unterhalb deiner Möglichkeiten, deines Potentials und auch, wenn du sehr gestresst sein magst- seelisch-geistig bist du unterfordert. Du bist die einzige, die das ändern kann. Und wenn du Job, Kinder, Ehemann, Krankheit, Alter oder Armut zur Geisel deiner Angst vor dem Voranschreiten machst, verspielst du dein Lebensglück. Der beste Ort für deinen Aufbruch ist immer jetzt. Der beste Zeitpunkt ist stets hier. Besser wird es nicht. Es sei denn du beginnst, zu gehen. Jetzt.

Wenn du auf deinem eigenen Weg bist, wirklich auf deinem eigenen Weg, der nur von dir so gegangen werden kann oder er bleibt eben ungegangen… wirst du also keine Mittel mehr übrig haben, einer Anderen am Zeug zu flicken und verschiedenfarbige Haare in der gemeinsam zu essenden Suppe zu suchen, oder auch nur mit dem Augenwinkel nach Anerkennung zu schielen, Schwester, denn dein Leben hat eine so hohe Taktung, dein innerer Prozessor ist so ausgelastet, dein Herz klopft angesichts der emotionalen Risiken, die du täglich einzugehen hast, daß du nurmehr mit Ausdrücken beschäftigt bist und damit, handelnd und empfangend zu sein, bedingungslos, was da aus dir und mit dir in die Welt will.

Du kümmerst dich um ein Problem, deines oder eines|einer dir Liebsten, wenn es dir unmittelbar vor die Füße fällt, dann, erst dann, da du weißt, die Lösung ist meist auch sofort da, weil du bereit bist, soo bereit für all das, was doch lediglich Teil d|einer lustvollen Dehnungsjonglage ist. Vorher verschwendest du Zeit und Potential nicht damit- du hast wahrlich Wesentlicheres zu tun!

Du hast weder Zeit, noch Energie, noch das Bedürfnis, die Umgebung, deine Beziehung oder irgendetwas in diesem Leben zu kontrollieren, was an sich, wie du doch längst schon begriffen hast, sowieso ein aussichtsloses Unterfangen ist, denn dein Leben ist nun auf wahrhaftige Weise außer Kontrolle geraten, der Fluss des Lebens bedient sich, lustvoll, deiner Lust, deines Sehnens, Könnens, Denkens, Wachsens und du erlebst, daß Erfolg nicht etwas ist, was du selbst bewerkstelligt, sondern stellt sich ein, weil du die Schleusen geöffnet, dich handelnd hingegeben hast, der Lust des Flusses folgend, deiner wachen Selbstvergessenheit vertrauend.

Woher du weißt, daß du auf deinem Weg bist? Wenn du jeden Morgen aufwachst mit dem Gefühl, du würdest dafür bezahlen, daß du dort sein und tun kannst, was du bist und tust und es erscheint dir wie ein Wunder, daß tatsächlich du dafür bezahlt wirst, daß es dich nährt, während es dich erschüttert bis in die Grundfesten, dir Sinn, kniezwingende Dankbarkeit, glühende Demut und lustvolle zentrierte Unruhe verschafft. Stürze schmerzen unendlich, denn du wandelst ohne Netz. Gipfel sind neue Ebenen ungekannter Ekstasen. Beides kann schnell wechseln, gleichwohl hast du Gewißheit,ohne zu wissen, woher. Dein Weg mahlt dich bis auf die Knochen, zwingt dich, mit drohenden und stattgehabten Verlusten weiter zu gehen, macht dich verletzlich und angstfrei und selbst im allerunangenehmsten Moment deines seienden So-Schaffens möchtest du mit niemanden tauschen.

Wenn du erst hier bist, Schwester, dann ist für dich alles andere Leiden auf hohem Niveau. Billiger Luxus. Es ist feige. Und bequem. Ein Rückschritt in die angenehme Kuschligkeit des Sich Gehen-Lassens auf Kosten der Anderen. Das kannst du dir nicht länger leisten. Das willst du auch nicht, wenn du ehrlich bist. Und noch ehrlicher: Es gilt auch nicht! Nur weil wir es seit ein paar Tausend Jahren so gelernt haben, sagt das nichts über dessen Brauchbarkeit aus, im Gegenteil: Das Verfallsdatum ist längst überschritten zugunsten der Dringlichkeit eines PlanetenBewohnerInnenErwachens.

Das kann und will ich daher nicht nehmen, um deinet- und um meinetwillen!

Wofür brennst du also, Schwester?

Wenn du erst gelernt hast, dein eigenes Feuer am Lodern zu halten, auch in frostigen und windigen Zeiten, wird dir die Kostbarkeit eines jeden weiblichen Feuers bewußt, das ein beschränkendes, aber komfortables Leben in der Konvention überlebt hat. Du wirst bestenfalls pusten, um es anzufachen. Oder gar nicht. Es ist dir nämlich heilig.

Wenn du erst hier bist, Schwester, dann kennst du den Preis deines eigenen Weges sehr genau und auch er ist dir heilig geworden, jeder Stein darin, hinter dir und vor dir, daher wirst du also nichts, absolut nichts unternehmen oder tolerieren, was dich von deinem Weg abbringt. Du hast längst am eigenen Leib erfahren, wiederholt, daß Konkurrenz bedeutet, einen, eine andere daran zu hindern, das zu bekommen, wonach er oder sie strebt. Es geht ja noch nicht mal darum, das selbst zu bekommen, was er oder sie hat, denn das, was ohnehin zum Weg eines, einer anderen gehört, ist für dich ja vollkommen bedeutungslos. Das weißt du längst.

Und du weißt auch: Um das zu können, mußt du deinen eigenen Weg verlassen und schneller bei der Trophäe desder Anderen sein, als dieser Mensch selbst.

Weißt du, was der wahrhaft große Verlust dabei ist? Zwei Menschen sind nun für ein völlig sinnloses Ereignis von ihrem Weg abgekommen. Für eine weitere Geschichte, daß es in diesem Leben nicht möglich ist, zu erreichen, wovon d|eine Seele träumt. Du hast das doch alles selbst erlebt. Als Schubsende und Geschubste. Und welcher Schmerz damit verbunden ist. Mit beidem.

Und daß es den nämlichen Schmerz vergrößert, der dich, ihn fliehend, überhaupt von deinem Weg abkommen und in den einer anderen stolpern läßt- aber nicht wandelt.

Wenn du so eine Geschichte erneut mitschreibst, dann, weil du dir erlaubt hast, daß dein Mangel in deinem eigenen Inneren prominenter ist als deine Vision von erleuchteter Weiblichkeit, die keinen Unterschied macht, zwischen dir und der anderen. Was du ihr nicht gönnst, versagst du dir selbst. Willst du das? Wirklich?

Welche Geschichte schreibst du also?

Was du dir erlaubst, kann inspirierend und ermöglichend in jederfraus Teich schwappen.

Deine eigene Freiheit beginnt, wo du genau dort aktiv und unterstützend, beflügelnd gönnst und gibst, was du selbst glaubst, noch nicht zu haben. Und dort, wo du stützt und nährst, wo eine Andere näher an Ihrem dran ist als du an Deinem, wird es dich selbst auf magische Weise nährend näher zu dem deinigen hintragen, du wirst sehen!

Ein Schwesternkreis ohne indidviduelle und gemeinsame, beförderliche, ermächtigende Vision ist ein Krabbenkorb. Falls du diesen Begriff noch nicht kennst: Krabbenfischer wissen, daß die Körbe mit frisch gefangenen Krabben nicht zugedeckt werden müssen. Sobald eine Krabbe Richtung Rand und Freiheit krabbelt, wird sie von den anderen zurückgezogen.

Ja tatsächlich, mit der Zeit fallen mir die Abschiede, die auf Wahrheit- nicht auf Protest!-basieren, leichter. Ich bin nicht bereit, für Trost und Geborgenheit ein Maulkörbchen in Größe B zu tragen.

Das hat nichts mit meiner Liebe für dich zu tun, die ist immer da. Mir tut Nichtlieben viel weher als Lieben.

Und ich weiß es ja, wenn du mir mißtraust, dann, weil du dir selbst mißtraust. Und auch, wenn ich dein Vertrauen nicht habe- solange ich selbst mir und meinen Motiven vertraue, ist alles gut. Mehr brauche ich nicht, auch wenn es anders schöner wäre, ohne Zweifel.

Ich muß mich lösen. Ich muß die sorgenden Scheren abschütteln. Um deinet- und um meinetwillen. Deine Wächter quälen mich.

Ich gehe mit lachendem und weinendem Auge. Immer wieder. Lachend, weil ich mich dazu verpflichtet habe, inspirierend zu sein. Weinend, weil du mich benutzt, um dir selbst weh zu tun.

Lachend, weil ich weiß, daß immer genug Liebe da ist, um weiter zu machen, egal, was geschieht. Weinend, weil ich gerne die gelebte Vision am eigenen Leib fühlen möchte.

Und bin mir selbst und anderen weiter unterwegs der Flock, den ich mir wünsche. Immer wieder.

Und halte für mich selbst aufrecht, daß Freiheit und Geborgenheit möglich sind, daß es einen großzügigen, wachen und sehenden Schwesternkreis gibt, der sich wechselseitig liebend in immer neues Potential, in immer umfassenderen Ausdruck schubst, bedingungs- und schonungslos, aber voll der Gnade.

Dafür gehe ich. Immer wieder.

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